Die Mitarbeiter des Münchner Limux-Projektes haben die etwas besonderen Abkürzungen und Akronyme der Linux-Welt wohl bereits weitgehend verinnerlicht: Nach Limux und Wollmux kommt jetzt MigMak – das Groupwareprojekt. Bis Mitte Februar sollen Anbieter, die eine ganze Latte von Anforderungen erfüllen, ihre Angebote einreichen, ab Ende 2014 soll die Groupware laufen.
Insider wussten es seit einigen Jahren, doch erst seit wenigen Tagen ist es offiziell: Die Stadt München wird nach der erfolgreichen Migration von 15.000 Desktop-Arbeitsplätzen (Projekt Limux) und der kompletten Neuorganisation der öffentlichen IT (zum Beispiel mit Hilfe des Formatvorlagensystems Wollmux) auch ein Groupwaresystem für die gemeinsame Planung von Terminen, das Organisieren von Mailinglisten und die Ressourcen- und Kontakt-Verwaltung bekommen.

Mux, das Maskottchen des Limux-Projektes.
“Dieses Projekt wird im Folgenden mit der Abkürzung „MigMaK“ (Migration Mail- und Kalender-System) bezeichnet. Die Durchführung der Systemimplementierung ist von Ende 2013 bis Ende 2014 (Dauer: 1 Jahr) geplant”, schreiben die Verantwortlichen der Landeshauptstadt München (LHM).
Stark eingeschränkt: Welche Kandidaten kommen in Frage?
Die Ausschreibung findet sich in allen Details hier, wobei folgende Anforderungen besonderes Augenmerk verdienen und wohl nur mehr wenige Kandidaten dafür in Frage kommen lassen:
* Alle Funktionen, die über das gewünschte Maß (Mail, Mailinglisten, Kalender, Ressourcenverwaltung, Aufgaben und Kontakte””) hinausgehen, müssen vom Anbieter dauerhaft und sicher deaktiviert sein.
* Die Groupware soll ab Ende 2014 einsatzbereit sein und wird auf den Servern und den Betriebssystemen der LHM laufen und von deren Mitarbeitern gepflegt (1st Level Support)
* Die Groupware muss Windows-, Linux- und Web-Clients unterstützen und sich vollständig in die bestehenden Systeme der LHM integrieren lassen, zum Beispiel den LDAP-Verzeichnisdienst.
* Bewerber (auch Bietergemeinschaften sind möglich) müssen nachweisen, dass sie in den letzten drei Jahren mehr als 10 Millionen Euro Umsatz gemacht haben, davon müssen mindestens 5 Millionen Euro mit Groupware erzielt worden sein.
Auf der Webseite der Ausschreibung finden Interessenten umfangreiche Unterlagen rund um das Prozedere, für den schnellen Einstieg lohnt sich vor allem die Bewertungsmatrix (PDF-Datei hier). Die Vergabe erfolgt in einem 2-zweistufigen Verfahren, Schlusstermin für die formelle Bewerbung im Rahmen eines Bieterwettbewerbs ist der 15.02.2013.





Wenn es Fair zugeht wird die Wahl wohl auf Lotus Notes oder Exchange fallen!
Ich hoffe nicht. Ich hoffe, das es eine Open Source Lösung a la Zarafa oder Zimbra wird. Wenn ich mir die Ausschreibung allerdings durchlese und die Tatsache in Betracht ziehe, dass IBM im LiMux Projekt sitzt, dann rechne ich gute Chancen für Lotus Notes aus. Vor allem kauft sich IBM gerne in Projekte ein
Hallo Martin! Meiner Meinung nach ist das Customizing von Zarafa oder Zimbra in der Größenordnung wie es bei der Stadt München zum Einsatz kommen wird mit zuviel Aufwand verbunden auch wenn es auf den ersten Blick die “günstigere” Anschaffung ist!Außerdem: Wenn Du etwas von der “Stange” kaufst, dann hast Du bestimmte Funktionen und mehr geht nicht – wenn Du ein Open Source-Produkt kaufst besteht die Gefahr, dass jede noch so außergewöhnliche und manchmal unsinnige Anforderung umgesetzt werden soll mit der Begründung “es ist ja Open Source” und “da programmieren wir doch mal selbst was dazu”! Naja… wir werden sehen !… Mehr »
Wie meinen? Die größte mir bekannte Zimbra installation umfasst doppelt soviele Mailboxen wie die Stadt gerne hätte. Das einzige “Customizing” wäre tatsächlich der Fat Client, die restlichen Anforderungen kann mittlerweile jede Groupware.Bzgl Anforderungen: Lotus Notes kann man auch bis zum Umfallen ergänzen, vom Organisationsablauf bis hin zum Ticketsystem.Aber ich gebe Dir recht: Wir werden sehen. Es wird auf jeden Fall spannend werden :-)
“Die größte mir bekannte Zimbra installation umfasst doppelt soviele Mailboxen wie die Stadt gerne hätte”! Kannst Du Namen nennen?1.) Wieviel Aufwand (auch monetär) war notwendig diese Lösung zu etablieren im Vergleich zu einem Produkt von der “Stange”!2.) Wie funktioniert die Lösung im laufenden Betrieb ebenfalls im Vergleich zu einer funktionierenden Lösung eines etablierten Herstellers?In der angesprochenen Größenordnung wäre alles andere als die Lösung eines etablierten Herstellers ich will sagen “mutig”!